Wohin auf La Palma? Vergessene Ecken abseits der großen Routen
La Palma ist für viele die Wanderinsel der Kanaren. Die meisten Besucher landen mit einem Plan: den Nationalpark Caldera de Taburiente zu sehen, vielleicht noch die Vulkane im Süden, und dann die Postkartenorte Santa Cruz und Los Llanos zu besuchen. Das sind tolle Ziele. Aber die Insel hat eine andere Seite, eine, die sich oft erst zeigt, wenn man den Mietwagen nimmt und einfach losfährt. Ohne festes Ziel. Die wahre Magie La Palmas spielt sich oft auf den kleinen Straßen zwischen den berühmten Punkten ab, in Dörfern, die nicht im Reiseführer stehen, an Aussichtspunkten, die keine offizielle Beschilderung haben. Dieser Artikel handelt nicht von den Top-10-Sehenswürdigkeiten. Es geht um das Gefühl, die Insel für sich zu entdecken.
Für diese Art von Erkundung ist ein eigenes Fahrzeug unverzichtbar. Der öffentliche Bus fährt die Hauptstrecken, aber die schmalen Serpentinen zu den abgelegenen Ortsteilen? Die erkundet man am besten selbst. Ein zuverlässiger Mietwagen gibt einem die Freiheit, einem unbeschriebenen Schild zu folgen oder einfach an einem schönen Platz zu halten. Für die Planung einer solchen flexiblen Tour bietet sich ein Anbieter wie lapalma-mietwagende.com an, um vor Ort mobil zu sein. Dann kann es losgehen.
Die Nordspitze: Mehr als nur der Leuchtturm
Fast jeder fährt zum Leuchtturm von Fuencaliente im Süden. Der Leuchtturm im Norden, Faro de Punta Cumplida bei Barlovento, ist dagegen ein Geheimtipp. Die Zufahrt führt durch alte Bananenplantagen, die Luft ist hier feuchter und kühler. Das Gebäude selbst ist nicht das Spektakuläre. Es ist die Stille. Man steht auf den Klippen, schaut auf das wilde Atlantikwasser und hört nichts außer Wind und Wellen. In der nahen kleinen Bucht La Veta kann man, bei ruhiger See, sogar baden. Ein Ort für einen langen Nachmittag ohne Zeitplan.
Zentrale Schluchten: Barranco de las Angustias umgehen
Der Barranco de las Angustias ist die berühmte Schlucht zum Einstieg in die Caldera. Sie ist voller Wanderer. Parallel dazu verlaufen aber andere, kaum besuchte Barrancos. Nehmen Sie die Straße von Los Llanos hinauf nach El Paso und biegen Sie vor dem Tunnel Richtung La Rosa ab. Die Straße schlängelt sich den Barranco del Rio hinauf. Hier sehen Sie, wie das Wasser über Jahrhunderte das Vulkangestein geformt hat. Sie passieren winzige Weiler mit traditionellen Holzhäusern. Sie treffen vielleicht einen Bauern, der seine Ziegen hütet. Es gibt keinen Parkplatz, keinen Eintritt, nur die Landschaft.
Der Osten: Die Küstenstraße von San Andrés nach Santa Cruz
Die Hauptstraße TF-1 ist schnell. Die alte Küstenstraße, die sich an die Felsen schmiegt, ist ein Abenteuer. Sie ist eng, kurvig und atemberaubend schön. Sie fahren durch Tunnel, die in den 60er Jahren von Hand gemeißelt wurden. An manchen Stellen öffnet sich plötzlich der Blick auf das tiefblaue Meer, hundert Meter unter Ihnen. Halten Sie bei den kleinen Naturbecken von La Fajana (nicht zu verwechseln mit den großen Pools im Norden) oder suchen Sie sich einen der unbezeichneten Felsvorsprünge für ein Picknick. Diese Strecke ist nicht effizient. Sie ist ein Erlebnis.
Hochlagen ohne Wanderung: Die Cumbrecita-Alternative
La Cumbrecita ist ein beliebter Aussichtspunkt, für den man oft eine Zugangsgenehmigung braucht und der überlaufen sein kann. Eine einfache Alternative mit einem ähnlichen Panorama bietet der Mirador de Hoya Grande. Er liegt an der Straße LP-3 zwischen El Paso und Refugio El Pilar. Man fährt einfach hin, parkt am Rand und hat einen freien Blick in den mächtigen Kessel der Caldera, ohne eine Menschenmenge. Das ist der Vorteil des eigenen Autos: Sie sehen ein Schild “Mirador”, halten an und haben den Blick oft für sich allein.
Kaffee-Kultur abseits der Plantagen-Touren
La Palma baut ausgezeichneten Kaffee an. Die kommerziellen Touren führen zu großen Fincas. Die spannenderen Geschichten hört man in den kleinen Röstereien. In San Antonio del Monte, oberhalb von Mazo, gibt es eine Handvoll Familienbetriebe, die ihre eigenen Bohnen rösten und direkt verkaufen. Sie finden sie nicht online, sondern durch Fragen vor Ort. Der Kaffee schmeckt anders, oft kräftiger und erdiger. Es ist kein konsumierbares “Erlebnis”, sondern einfach ein gutes Produkt aus der Nachbarschaft. So etwas findet man nicht auf einer geführten Tour.
Die unsichtbaren Wasserkanäle: Galerías entdecken
La Palmas Lebensader ist sein Wasser, gesammelt aus dem Nebel der Berge durch ein Netz von Stollen, den Galerías. Die Eingänge dieser Tunnel sind über die Insel verstreut, oft unscheinbar. Ein auffälliges Beispiel ist die Galería de Marcos y Cordero im Nordosten, der Startpunkt einer bekannten Wanderung. Aber schon die Anfahrt dorthin, durch die üppigen Lorbeerwälder von Los Tilos, ist ein Highlight. Das Rauschen des Wassers, das aus dem Berginneren in offene Kanäle fließt, und die fast tropische Feuchtigkeit zeigen, warum La Palma “La Isla Bonita” heißt. Hier versteht man, wie die Insel wirklich funktioniert.
Um diese versteckten Seiten kennenzulernen, braucht es keine besonderen Fähigkeiten, nur Neugier und Zeit. Die Insel belohnt die Abweichung von der Standardroute. Planen Sie weniger, fahren Sie mehr. Lassen Sie sich von einer unbekannten Straße locken. Die beste Erinnerung ist oft nicht das Foto vom Aussichtspunkt, sondern die Geschichte, wie Sie dorthin gekommen sind.
- Fahren Sie die LP-1 im Norden bis zum Ende und genießen Sie die ruhige Atmosphäre von Roque Faro.
- Suchen Sie in Garafía nach der kleinen Kapelle Virgen del Rosario, die einsam auf einem Hügel steht.
- Probieren Sie in einem Dorfladen in Villa de Mazo den lokal produzierten Ziegenkäse “Queso Palmero”.
- Besuchen Sie den winzigen Ortsteil Las Indias im Westen für einen unverbauten Blick auf den Sonnenuntergang.
- Fahren Sie an einem Werktag durch die Seitenstraßen von Los Llanos und beobachten Sie das alltägliche Inselleben.
- Halten Sie an einer der vielen improvisierten Verkaufsstände am Straßenrand für frisches Obst direkt vom Feld.